E-Mail Account gehackt: Adressaten sollen Geldbetrag an vermeintlichen Absender überweisen

Anfang der Woche erhielten auch wir eine vermeintliche E-Mail von einem Bekannten (er hat einen Yahoo-Account), der aufgrund eines Diebstahls dringend um Überweisung eines Geldbetrages bat. Jedoch handelte es sich bei dem Urheber der Mail nicht um den Besitzer des Accounts. Scheinbar hatte hier jemand das E-Mail Konto vermutlich mittels eines Trojaners gehackt und so im Namen des eigentlichen Besitzers und ohne dessen Zutun, vielleicht auch ohne dass es bisher von diesem bemerkt wurde, die betrügerische Anfrage gestartet. Finden sich in den meisten Spam-Mails hauptsächlich Links zu dubiosen Seiten, Spam Drug-Stores, Onlineshops für Potenzmittel etc., steht hier eine ganz klare Betrugsmasche im Vordergrund.

In – verglichen mit diversen anderen Spam-mails – relativ gutem Deutsch heißt es:

„Ich hoffe du kriegst diese Nachricht rechtzeitig. Ich habe einen Ausflug nach Madrid in Spanien gemacht und dabei wurde meine Tasche mit Reisepass, Bargeld, und meine Kreditkarten gestollen. Habe schon meine Bank informiert, aber die Arbeiten nicht so schnell wie ich es haben will. Kannst du mir ein bischen Geld borgen damit ich alles erledigen kann und zur recht komme. Ich gebe dir das Geld so schnell wie möglich zuruck.

Das Geld durch Western Union ist die beste möglichkeit. Lass mich wissen wenn du angaben zur meiner person brauchst (Name, Vorname …) mich das Geld schiken zu können. Du kannst mich durch e-mail oder durch die Hotel Reception erreichen kann unter di nummer +34962463149.

Ich warte auf deine Antwort.
19053 Schwerin, [..Straße..] „

Den Anruf unter der aufgeführten Nummer, bzw. den altruistischen Wunsch zur sofortigen finanziellen Hilfe haben wir uns natürlich gespart. In diesem Zusammenhang empfehlen wir allen Nutzern, von deren Konten unautorisierte Mails verschickt werden, so schnell wie möglich ihre Passwörter zu ändern.

Betrachtet man einmal die Zahlen, die das britischen Beratungsunternehmen pingdom zusammengesucht hat, wird einem angst und bange. Demnach wurden Schätzungen zufolge im Jahr 2010 weltweit sagenhafte 107 Billionen E-Mails verschickt – davon waren jedoch 89,1 Prozent Spam. Schuld daran seien Virenforschern zufolge die vielen unvorsichtigen Netznutzer, die oft unbedacht jede Webseite besuchen und jeden Link anklicken – noch dazu ohne ihre Rechner ausreichend gegen Schadsoftware zu schützen.